Tipps und Vorschriften

Was machen, bei extremer Hitze ?

sonneBei sonnigem Wetter fühlen sich die meisten Menschen wohl. Für gesunde Erwachsene sind bei Hitzeperioden bzw. Hitzewellen und normalem Lebensstil keine gesundheitlichen Probleme zu erwarten – vorausgesetzt, sie nehmen ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich und vermeiden übermäßige Sonneneinstrahlung. Für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Anpassungsfähigkeit können die Hitzewellen zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Daher sollte auf diese Gefährdungsgruppe bei Hitzewarnungen besonders geachtet werden. Hitzewarnungen werden vom DWD für eine "starke Wärmebelastung" bei einer gefühlten Temperatur von über 32°C und für eine extreme Wärmebelastung ab einer gefühlten Temperatur von über 35°C ausgegeben. Ob für die Stadt Halle und des Umland eine Hitzewarnungen ausgesprochen wurden, kann dem regionalen öffentlichen Medien oder der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes  www.dwd.de, entnommen werden. Wir werden Sie selbstverständlich über die aktuelle Wetterlage informieren.

Folgende Personengruppen können bei Hitzeperioden gefährdet sein: Ältere Personen ab 65 Jahre und ganz besonders Menschen im hohen Alter; Säuglinge und Kleinkinder; Personen mit Gedächtnisstörungen, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind; Personen unter bestimmter medikamentöser Behandlung (wie Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, entwässernde und blutdrucksenkende Medikamente); chronisch Kranke (z.B. mit neurologischen Krankheiten, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Stoffwechselkrankheiten, Infektionskrankheiten); Personen mit fieberhaften Erkrankungen; Konsumenten von Alkohol und psychoaktiv wirkenden Drogen; Personen mit bekannten Störungen der Hitzeanpassung

Hitze wirkt sich in den folgenden Punkten auf den menschlichen Körper aus: Der menschliche Körper versucht an heißen Tagen die überschüssige Wärme durch vermehrte Hautdurchblutung und Schwitzen abzugeben und die Körpertemperatur zu regulieren. Durch diesen Prozess verliert der Körper in erhöhtem Maße Flüssigkeit und Mineralstoffe. Der Körper signalisiert über das Durstgefühl den Flüssigkeitsmangel. Gleichzeitig versucht er sich an die heißen Außenlufttemperaturen zu gewöhnen. Bei älteren Menschen und Menschen mit beschränkter Anpassungsfähigkeit sind diese Angleichungsprozesse gestört oder verlangsamt. Das Durstgefühl nimmt ab, sie trinken zu wenig. Gleichzeitig sinkt die Fähigkeit zu schwitzen, was wiederum die Wärmeabgabe einschränkt. Bei erstmalig auftretender Hitze im Frühsommer und bei lang anhaltenden Hitzeperioden sind die älteren, kranken und behinderten Menschen besonders gefährdet, da dem Organismus die Zeit zur Anpassung an die hohen Außentemperaturen fehlt. Der Organismus ist extrem belastet. Hitzeschäden können die Folge sein.

Im Folgenden sind verschiedene Formen der Hitzeschädigung beschrieben. In den meisten Fällen liegt eine Kombination mehrerer Arten von Hitzeschädigung vor.

Hitzeerschöpfung:
Ursache und Symptome: Starkes Schwitzen als Abkühlungsmechanismus des menschlichen Körpers führt auf die Dauer zu Flüssigkeits- und Salzverlust (Exsiccose). Wenn die Verluste nicht entsprechend durch Zufuhr von Wasser und Elektrolyten ausgeglichen werden, entsteht eine langsam zunehmende Schwäche, blasse, graue, feuchtwarme Haut, Muskelkrämpfe, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Fieber, Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit.

Sonnenstich:
Ursache und Symptome: Starke UV-Sonnenlicht-Strahlung auf den unbedeckten Kopf kann zu einer Entzündung der Hirnhäute (aseptische Meningitis) und einer gefährlichen Schwellung des Hirngewebes (Hirnödem) führen. Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Lichtscheu, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinstrübung.

Hitzekollaps:
Ursache und Symptome: Ein Kollaps kann auftreten, wenn bei anhaltender Hitze die vermehrte Durchblutung der Haut zwecks Wärmeabgabe zu einer kritischen Blutdrucksenkung führt. Dabei wird die Hirndurchblutung so vermindert, dass es zu kurzfristiger Bewusstlosigkeit und Kollaps kommt.

Hitzschlag:
Ursache und Symptome: Wenn die Wärmeabgabe des Körpers nicht ausreichend möglich ist, kommt es zum Versagen der lebensnotwendigen Temperaturregulationsmechanismen und die Körpertemperatur steigt rasch auf über 41 °C. Es kann innerhalb von Stunden zum Tode kommen, wenn keine intensivmedizinischen Maßnahmen ergriffen werden. Symptome sind heiße, rote, trockene Haut, kaum Schweiß, Unruhe, Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit.

Was können Sie nun im Einzelne für sich oder andere tun? Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Günstiger ist es sich im Schatten oder in abgedunkelten Räumen aufzuhalten. Sie sollten sich auf keinen Fall in geschlossenen parkenden Fahrzeugen aufhalten. Ebenso wenig sollten Sie schlafende Kinder im Kfz zurücklassen (auch nicht Tiere). Verwenden Sie Sonnenschutzcreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung bei Ihrem Aufenthalt im Freien. Tragen Sie leichte, luftdurchlässige, helle Kleidung. Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen insbesondere in der Mittagshitze. Nutzen Sie Ventilatoren in überhitzten Räumen. Besser ist es die Räume leicht abzudunkeln, am besten mit Fensterläden / Außenjalousien damit die Wärme nicht ins Zimmer gelangt. Kalte Waschungen, lauwarme Duschen oder Bäder sorgen für Abkühlung. Sie müssen Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen und gleichzeitig den Elektrolytverlust ausgleichen. Hierzu eignen sich: kühle (nicht kalte) Getränke wie natriumhaltiges Mineralwasser, Säfte, Suppen, Brühen; wasserreiche Früchte wie Melone, Gurke, Tomate, Erdbeeren, Pfirsiche. Nehmen Sie zusätzlich täglich mindestens 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich. Bei einem Anstieg der Körpertemperatur von einem Grad, wie es z.B. bei Fieber der Fall ist (Körpertemperatur von 37° auf 38°), muss wenigstens ein halber Liter zusätzliche Flüssigkeit aufgenommen werden. Vermeiden Sie Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee oder stark Zuckerhaltiges. Nutzen Sie die kühleren Nacht- oder Morgentemperaturen zum Lüften der Räume. Achten Sie auf Ihre Familie, Verwandten und Bekannten. Auch sie sollten genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und sich entsprechend der hohen sommerlichen Temperaturen verhalten. Wenn Sie sich an diese kleinen Hinweise halten, kommen Sie sicher über die heißen Tage. Ihre Feuerwehr Ammendorf wünscht ihnen ein paar schöne Sommertage.

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