Jugend Veranstaltungen

Gibt’s auch Mozzarella?

ve12.10.03.05Nach einem Jahr Pause, stürzte sich unsere Jugendfeuerwehr in der letzten Ferienwoche wieder ins große Sommerabenteuer.  Die Reise führte uns zum kleinen Ort Schwarz am Vilzsee im südlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Direkt am Ufer des Sees schlugen wir unsere Zelte bzw. unser Tipi auf. Als erstes musste natürlich das Gepäck der 13 Jugendfeuerwehrkameraden und ihrer beiden Jugendwarte entladen, die Luftmatratzen aufgepustet und die Schlafsäcke entrollt werden. Im Anschluss galt es das Lager zu erkunden. Dabei half uns unser Tour-Guide Willi, welcher uns durchs Lager führte, die wichtigsten Orte zeigte und in die Regeln des Lagerlebens einwies. Von der langen Fahrt schier ausgehungert lauschten alle ganz besonders aufmerksam, als Willi offenbarte, was die Jugendwarte als Speisen ausgesucht hatten. Da der Genuss einer deftigen Gemüsepfanne noch bis zum Abend warten musste, fing wohl mancher an von fliegenden Brathähnchen oder aber eben fein geschnittenen Mozzarellascheiben zu phantasieren. Vom Fleisch fiel bis dahin jedoch niemand. Dustins selbst gebackener Zitronenkuchen und jedermanns von Mutti liebevoll zubereitete Leckereien waren eine willkommene Stärkung. Diese verschwanden so schnell in den Mündern, dass der Kamera gar keine Chance blieb auch nur noch einen Krümel einzufangen. Die ersten Stunden im Zeltlager verbrachte jeder dann auf seine Weise. Ein kleiner Burgenbauwettbewerb fand am  Strand statt, andere lieferten sich ein spannendes Fußballmatch oder aber es wurde sich ins Gras gelegt und einfach nur die frische Luft genossen. Gegen Abend hieß es: Paddel raus, Schwimmweste an – wir stechen in See!

In einer ersten kleinen Kanufahrt erprobte sich jeder in seinen Paddelkünsten. Es zeigte sich, wer schon die nötigen Muckis antrainiert hatte und bei wem noch ein, zwei Schnittchen fehlten. In jedem Fall konnten alle Kanus trocken und oberhalb der  Wasseroberfläche wieder am heimatlichen Steg anlegen. Zwei Kameraden kümmerten sich zusammen mit Willi um das Abendbrot und der Rest der munteren Truppe marschierte in den angrenzenden Wald, um Lagerfeuerholz zu suchen.  Bei Gemüsepfanne mit Schweinefleisch, Melonennachtisch und einem wärmenden Lagerfeuer klang der erste Tag gemütlich aus.

Tag Zwei begann mit frischen Brötchen, Wurst- und Käseplatte, frischem Obst und Gemüse, Marmelade, Honig, Müsli  sowie Milch und Tee. Hierfür waren zwei Kameraden extra eine halbe Stunde eher aufgestanden und hatten mit unserem Tour-Guide alles appetitlich angerichtet. Beim Anblick des Buffets hellten auch die letzten verschlafenen Gesichter auf. Dies war auch dringend nötig, denn auch einigen Wespen kamen auf die Idee, sie hätten Anspruch auf unser Mahl. Nach dem Frühstück starteten wir eine halbtägige Kanutour. Die vom Vortag kanuerprobten Teams schnappten sich ihr Kanu und los ging es zu einem entfernten Steg mit Badestrand. Da es die Sonne noch vorzog sich hinter den Wolken zu verstecken, badeten nur die ganz verrückten unter uns, während der Rest es sich am Ufer bequem machte und das Treiben im kühlen Nass aus sicherer Entfernung beäugte. Die Badepause war auch gleichzeitig Wendepunkt unserer Kanutour. Erfrischt oder eben ausgeruht ging es zurück gen Heimatsteg. Unterwegs entschied sich die Sonne endgültig die Wolken zu vertreiben, was nach unserer Rückkehr im Camp zum ausgiebigen Sonnenbaden, Wassermelone Genießen oder Fußballspielen genutzt wurde. Am Nachmittag folgten wir den Spuren der alten Highlander. Ausgegraben aus einem geheimen Ort wurden dabei nicht nur die althergebrachten Kampfkünste, sondern vor allem die Waffen. Derartig ausgestattet konnten die Highland-Spiele beginnen. In der ersten Disziplin, dem Bogenschießen, waren Geschicklichkeit, ein scharfer Blick und eine ruhige Hand gefragt. Danach folgte das Speerwerfen. Nur wer hinter das Geheimnis der richtigen Wurftechnik stieg, brachte den Speer ins weit gesteckte Ziel. Beim Doppelaxtwerfen trieben die jungen Kämpfer die Spannung auf die Spitze: Die Axt musste hinter dem Rücken gehalten und dann mit viel Schwung über den Kopf hinweg auf dicke Holzbohlen geschleudert werden. Da standen dem faszinierten Beobachter nicht nur Dank der Sonne die Schweißperlen auf der Stirn. Umso verblüffender war es dennoch, dass mancher, obwohl die Axt nicht viel kleiner als der Werfer selbst zu sein schien, diese zielsicher im Holz versenkte. Standesgemäß durften sich die Mägen nach einem abschließenden Tauziehen über Bannocks, kanadische Pfannenbrote, freuen. Doch als hätten die Muskeln an diesem Tag nicht schon genug gearbeitet, sollten die Nerven nach Einbruch der Nacht mindestens genauso strapaziert werden. Hinaus in den Wald führte unser Weg in die Dunkelheit. Mit Knicklichtern behängt konnte keiner verloren gehen. Stellenweise verschwand der Mond völlig hinter den dichten Wipfeln, sodass diese die einzige Lichtquelle darstellten. Als die letzten der sich an den Händen haltenden Plappermäuler verstummten, sprach der Wald zu seinen späten Gästen. Es knackte hier, raschelte dort und mysteriöse Schreie der Waschbären ließen die Gänsehaut über die Rücken wandern. Wäre da nicht auch noch der schwarze Schatten des nie ruhenden Waldläufers gewesen, hätte die Nachtwanderung wahrlich erholsam sein können. Doch zeigte sich dieser mal links, mal rechts unseres Weges, um dann unverhofft vor, hinter und sogar mitten unter uns aufzutauchen. Mit einer ordentlichen Portion Grusel trieb es die Kameraden zurück zum Lagerfeuer, wo sich die Aufregung allmählich legte.

Am vorletzten Morgen stärkte sich beim Frühstück jeder ausgiebig für die anschließende Mountainbike-Tour. Nachdem auch der letzte Sattel gerade gerückt, die Speichen poliert und die Bremsen gecheckt waren, führte das erste Drittel des Weges über Stock und Stein durch den Wald und an Feldern entlang. Bis auf einige hinterhältige Sandlöcher mussten wir mit keinerlei größeren Hindernissen kämpfen. Bei kleinen Zwischenstopps wurde regelmäßig der Flüssigkeitshaushalt wieder auf Vordermann gebracht, sodass auch der Rest des Weges auf deutlich zivilisierteren Straßen kein Problem darstellte. In Mirow wartete zur Belohnung ein leckeres Eis auf jeden. Leider hat jede Tour nicht nur einen Hin- sondern auch einen Rückweg. Da sich bei dem einen oder anderen schon ein leises Miauen aus den Oberschenkeln meldete, teilten wir uns in drei unterschiedlich schnell fahrende Grüppchen auf. So gab es für jeden eine angenehme Reisegeschwindigkeit zur Auswahl. Am Nachmittag trafen wir wieder im Lager ein. Während einige sich ein Nickerchen gönnten, konnte der Rest es nicht sein lassen, sich der überschüssigen Energie beim Massen-Ping-Pong zu entledigen. Eigentlich wollten wir den Nachmittag zum letzten Seebad unserer Fahrt nutzen, jedoch kam eine junge Schwanenfamilie an unseren Steg geschwommen und beanspruchte den See für sich. Der Versuch, das Gefieder mit fliegenden Schwämmen zum Wegpaddeln zu bewegen, schlug fehl. Unsere langhälsigen Freunde hielten diese glatt für essbar. Aber ein Jugendwart wäre kein Jugendwart, wenn er nicht auch eine professionelle Ausbildung in der Tierpsychologie genossen hätte. Gewusst wie, hat er sich aufgeplustert und mit großen Gesten Papa Schwan zu verstehen gegeben, wer der Stärkere ist. Immerhin der Schwan war beeindruckt, zog mit Familie ab und gab das Wasser frei. Vielleicht war es auch weniger die körperliche Erscheinung als das geflüsterte Angebot als Abendbrot auf dem Grill zu landen. Dieser füllte sich stattdessen am Abend mit Shrimps, Räucherfisch, Steak, Grillkäse und vielem mehr. Dazu gab es eine Menge Salat und Beilagen, sodass sich danach jeder Bauch kugelrund wölbte. Am allabendlichen Lagerfeuer wurde dieses Mal nicht nur das Beisammensein genossen, sondern auch das Erlebte noch einmal Revue passieren gelassen und lecker Knüppelkuchen gebacken. Plötzlich bekamen wir Besuch von einem rotfelligen Vierbeiner. Eine Fähe, so informierte uns der Lagerleiter Hubert, trieb schon seit Wochen ihr Unwesen in Lagernähe. Auch in der Nacht zuvor musste sie im Tipi auf Raubzug gewesen sein. Die Detektive unter den Jugendkameraden hatten die Spur eindeutig zurückverfolgt. Nun also versuchte sie ihr Glück, obwohl wir noch nicht einmal schliefen. Leider konnte die freche Dame, obwohl die Jugendwarte versucht hatten, sie zu vertreiben, in der Finsternis reiche Beute in Form von zwei Paar Lederhandschuhen machen. Was für eine aufregende, letzte Nacht!

Der Morgen des Abreisetages verlief wohl wie bei jedem Ende einer Reise: frühstücken, Sachen packen, aufräumen. So ist es wenig verwunderlich, dass es bei uns auch nicht anders war. Die Navis bekamen die Heimatroute eingestellt, Lagerleiter Hubert und Tour-Guide Willi spitzten die Ohren für unser Lob und nachdem alle Koffer verstaut worden waren, begann die Rückfahrt. Es sind sich wohl alle einig, dass auch dieses Zeltlager wieder etwas ganz Besonders war und wir vieles davon in guter Erinnerung behalten werden - auch ohne Mozzarella.

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