Jugend Veranstaltungen

Ding…dong…dong…Einsatz für den Löschzug Ammendorf

vj14.07.15.78Ding…dong…dong…Einsatz für den Löschzug Ammendorf

So schallte es einige Male zum diesjährigen Tag der Berufsfeuerwehr durch unser Gerätehaus. An einem Samstagmorgen streiften ungewöhnlich viele mehr oder weniger ausgeschlafen dreinschauende Gesichter durch das ammendorfer Gerätehaus. Mit allerlei Gepäck bewaffnet hatten sich unsere Jugendfeuerwehr und ihre Ausbilder halb sieben in der Früh aufgemacht, um 24 Stunden gemeinsam im Gerätehaus  zu verbringen und das Kommando über die großen, roten Fahrzeuge zu übernehmen.

Pünktlich sieben Uhr war es dann soweit: Die offizielle Dienstübernahme wurde durchgeführt und die beiden Gruppenführer überprüften mit ihrer Mannschaft die Einsatztechnik. Während die Besatzung des Löschgruppenfahrzeuges verschiedene Geräte an ihrem korrekten Platz einsortieren mussten, inspizierte die Besatzung des TSF-Ws und des MTFs ihre Fahrzeuge. Des TSF-Ws??? - Ja, in der Tat war uns unser treues Tanklöschfahrzeug nur wenige Tage zuvor zwecks dringender Reparaturmaßnahmen abhanden gekommen. Glücklicherweise liehen uns die Kameraden der Ortsfeuerwehr Lettin eins ihrer Fahrzeuge für diesen besonderen Tag und die Jugendkameraden mussten sich in aller Schnelle mit dem unbekannten Fahrzeug vertraut machen. Das sollte jedoch nicht die letzte Hürde an diesem Tag gewesen sein.

Nach dem gemeinsamen Frühstück befassten wir uns mit den Anforderungen der Jugendflamme, einer nur durch Prüfungen zu erreichenden Auszeichnung aller Jugendfeuerwehrmitglieder Deutschlands. Kurz vor Schluss dieser Ausbildungseinheit ertönte zum ersten Mal der Alarm-Gong durch die Räume und Flure. Gartenlaubenbrand! Das Alarmstichwort machte den gesamten Löschzug erforderlich, sodass sich alle Kameraden flink in ihre Einsatzbekleidung warfen und zum Heizkraftwerk ausrückten. Bereits auf der Anfahrt wurden die Atemschutzgeräte in Bereitschaft versetzt. Am Einsatzort eingetroffen informierte der Anrufer die Gruppenführer, dass doch keine Laube brannte, jedoch einige Jugendliche eine kleine Grillparty feiern wollten. Dazu verbrannten sie unter anderem alte Holzlatten in einer Feuertonne. Da nur naturbelassenes Holz an dafür vorgesehenen Orten verbrannt werden darf, blieb den Jugendlichen nichts weiter übrig als der Feuerwehr beim Ablöschen ihres Feuers zuzusehen.

Zurück im Gerätehaus folgte der zweite Teil der Vormittagsausbildung: Technische Hilfeleistung an verunfallten Bahnen und Zügen sowie das richtige Verhalten an Bahnanlagen wurde dem Feuerwehrnachwuchs durch zwei Ausbilder mit vielen Bildern spannend vermittelt. Während der Pause rief die Leitstelle wiederum die gesamten Einsatzkräfte um Hilfe. Ein Waldbrand in Radewell war gemeldet worden und es sollten mehrere Menschen in Lebensgefahr sein. Sofort rückte die ammendorfer Jugend zum Einsatzort aus. Da für solch ein Einsatzszenario eine Feuerwehr kaum genügt, wurden die jungen Brandschützer der büschdorfer Jugendfeuerwehr ebenfalls zur Einsatzstelle alarmiert. Diese versahen gerade ihren Ausbildungsdienst und konnten so ebenfalls schnell ausrücken. Zeitgleich trafen beide Feuerwehren in der Alfred-Reinhardt-Straße ein und wurden vom Einsatzleiter über die Lage informiert: Einer Campinggruppe war auf einer Lichtung das Lagerfeuer außer Kontrolle geraten und hatte umliegendes Unterholz und Buschwerk in Brand gesetzt. Ein Fliehen war unmöglich. Gemeinsam bauten beide Jugendfeuerwehren eine sogenannte Wassergasse auf, von der ausgehend über eine gewisse Strecke in alle Richtungen gelöscht werden kann. Dazu mussten zunächst insgesamt 350 Meter Schlauch verlegt werden. Nachdem die Löscharbeiten begonnen hatten, konnten weitere Trupps mit Krankentragen, Rettungstüchern und Sanitätsmaterial mit der Rettung und anschließenden Versorgung der Verletzten beginnen. Es galt Brandverletzungen, Knochenbrüche, Platzwunden und Rauchgasvergiftungen richtig zu erkennen und entsprechend Erste Hilfe zu leisten. Ausgebildete Rettungssanitäter übernahmen nach dem Einsatz die Auswertung über den Behandlungserfolg.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Waldbrandeinsatzes wartete für die hungrigen Kameraden aus Büschdorf und Ammendorf ein gemeinsames Mittagessen aus der Feldküche. Bei Nudeln mit Feuerwehrsoße und frischer Melone zum Nachtisch konnten sich alle gut gestärkt in die Mittagsruhe oder ins heimische Gerätehaus begeben. Am frühen Nachmittag endete die Mittagsruhe für die Jugend abrupt. Es sollte nach einem Verkehrsunfall eine Person eingeklemmt sein. Auf einem Parkplatz an der Endhaltestelle Beesen fanden die Einsatzkräfte einen jungen Mann vor, der unter seinem Auto geschraubt hatte, als der Wagenheber umfiel und das Fahrzeug den Mann unter sich einklemmte. Schnell wurde das Auto gegen Wegrollen gesichert und mittels Wagenheber wieder angehoben. Die eingeklemmte Person ist außer mit ein paar Schürfwunden noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Vor Ort wurde die Gelegenheit auch gleich genutzt, um die technischen Geräte der Feuerwehr zum Heben von Lasten in Augenschein zu nehmen.

Kaum war alles Gerät wieder auf den Fahrzeugen verlastet, als sich die Leitstelle auch schon mit einem Folgeeinsatz für den Löschtrupp meldete. An der Erich-Weinert-Straße 11-13 hatten Anwohner einen Ödlandbrand gemeldet. Zügig fuhren alle ammendorfer Fahrzeuge das Wohnviertel an. Vor Ort stellten sie fest, dass bereits fast alle Wohnblocks vor langer Zeit abgerissen worden waren und sie auf einem großen Gebiet mit vielen Wiesen die Einsatzstelle erst suchen mussten. Doch der aufsteigende Rauch wies zum Glück den Weg. Einige Büsche hatten vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette Feuer gefangen und wurden innerhalb kürzester Zeit fachgerecht abgelöscht.

Der Nachmittag brachte einen praktischen Ausbildungsteil mit sich. Auf einem großen Gelände übten wir den Umgang mit den verschiedenen Strahlrohrarten, testeten die Wirkweisen von Sprüh- und Vollstrahl und versuchten dabei zielsicher Wasser zu geben. Zur Stärkung gab es von zwei Betreuerinnen selbst gebackenen Kuchen, den die Jugend fleißig verputzte, während einige der Ausbilder zu einem realen Einsatz gerufen wurden. Dieser dauerte zum Glück nicht lange, sodass gerade noch rechtzeitig das Abendbrot vorbereitet werden konnte. In diesem Jahr luden wir als Besonderheit auch die Eltern mit zum Abendbrot ein. Leider vertrieben uns einsetzende Schauer kurzerhand nach drinnen, weshalb der Abendschmaus nicht wie geplant im Hof des Gerätehauses serviert wurde. Für ihre Eltern dachten sich in Vorbereitungszeit die Jugendlichen und Betreuer erfrischende Feuerwehrcocktails, selbst gemachte Schaschliks, gebackenen Käse, Steaks, heiße Käsesuppe und Salate aus, die schnell ihren Weg in die Münder und leeren Bäuche fanden. Wir hoffen, es hat allen geschmeckt.

Kaum war der letzte Krümel verputzt und auch das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana warf schon seine Schatten voraus, musste sich die Jugend fix im Ton des Alarmgongs von den Eltern verabschieden. Kurz nach acht Uhr alarmierte das Einsatzleitzentrum zunächst das TSF-W und das MTF zu einer Ölspur in der Rosengartensiedlung. Auf einem Parkplatz hatte ein unbekanntes Fahrzeug eine meterlange Ölspur hinterlassen, die die Jugendfeuerwehrkräfte zunächst mit Bindemittel abstreuten und die Straße anschließend säuberten. Somit bestand keine Rutsch- oder Umweltgefahr mehr. Nur wenige Minuten später verließ auch das LF mit einem Tierrettungsauftrag das Gerätehaus. In der Von-der-Heydt-Straße hatte ein Anwohner den Notruf gewählt, da seine junge Tigerkatze übermütig auf einen Baum geklettert war und nach tagelangem, kräftezehrendem Ausharren in einer Astgabel es nicht mehr allein hinab schaffte. Für unsere jungen Kameraden stellte dies keinerlei Problem dar. Über eine Steckleiter retteten sie das verängstigte Kätzchen und übergaben es der freudestrahlenden Besitzerin.

Geschwind rückten die Mannschaften wieder ein und bereiteten die Fahrzeuge für weitere Einsätze vor, um sich dann endlich doch mit Fähnchen und geölter Stimme ausgerüstet dem WM-Spiel widmeten. Auf großer Leinwand verfolgte man das rollende Leder. Kein weiterer Einsatz unterbrach den Abend, sodass alle entspannt in ihre Schlafsäcke schlüpfen und eine ruhige Nacht genießen konnten.

Alle? - Natürlich nicht. Die Pieper der Einsatzabteilung zerrissen zweimal die Stille der Nacht. Die Drehleiter war von den Kameraden in Teutschenthal angefordert worden, um die Brandbekämpfung an einer Schweinemastanlage zu unterstützen und ein gemeldeter Gasaustritt machte das Ausrücken der anderen ammendorfer Fahrzeuge nötig. Somit waren wiederum einige müde Gesichter am Morgen im ammendorfer Spritzenhaus zu entdecken. Kurz bevor der Weckruf ertönen sollte, riss der Alarmgong alle aus den Federn. Wohnungsbrand in der Vogelweide. So schnell wie an diesem Morgen sieht man die Kameraden wohl nur selten aus dem Schlaflager springen und sich anziehen. Wie der Blitz waren die Fahrzeuge besetzt und noch während der Fahrt rüsteten sich die Trupps mit Atemschutzgeräten, Strahlrohren und Rettungsmitteln aus. Vor der Haustür war bereits ein schrilles Piepen zu hören, welches aus einer Wohnung in der vierten Etage drang. Ein Rauchmelder gab Alarm! Die Gruppenführer führten eine erste Lageerkundung in dem rauchfreien Treppenhaus durch und wurden durch eine schuldbewusste Mieterin empfangen. Sie hatte die Brötchen etwas zu lang im Ofen gelassen und der blaue Dunst verbrannten Backwerks ließ den Rauchmelder noch rechtzeitig auslösen. Die so gewarnte Mieterin handelt umsichtig, schaltete den Ofen ab und lüftete sofort die Wohnung. Die bereitstehenden Löschtrupps durften ihre Gerätschaften wieder ablegen und die Ausbilder nutzten die Gelegenheit und erläuterten die Funktionsweise und den Nutzen der im Brandfall laut piependen Geräte: Rauchmelder retten Leben.

Das letzte Frühstück stand an und nachdem alle Fahrzeuge und das Gerätehaus einer gründlichen Putzaktion unterworfen worden waren, verkündete der Jugendwart den offiziellen Dienstschluss. Die Jugendlichen, die sich in den zahlreichen Einsätzen wacker geschlagen hatten und ihr Wissen und Können erfolgreich unter Beweis stellen konnten, übergaben die Feuerwache und die Einsatztechnik wieder an die Einsatzabteilung und entschwanden in den verdienten Feierabend.

Es sei zu guter Letzt an dieser Stelle allen Mitwirkenden, Helfern,  Vorbereitern und Löwenbändigern großer Dank ausgesprochen, die solch einen Aktionstag erst ermöglichen! Ein besonderer Dank geht an die Tina vom Malteser Hilfsdienst, die für das realistische Schminken unserer Waldbrandopfer verantwortlich war und an die Kameraden aus Lettin, welche uns so kurzfristig ihr Fahrzeug zur Verfügung stellten. Danke auch an die Jugendkameraden der Ortsfeuerwehr Büschdorf, die uns tatkräftig beim Waldbrand unterstützt haben. Es zeigt sich, was gemeinsam alles zu schaffen ist und wie gut es ist, wenn man sich auf die Hilfe anderer verlassen kann.

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