Jugend Veranstaltungen

Tag der Berufsfeuerwehr 2015

vj15.05.30.0016Ein Gong schallt durch die Flure. Eifriges Fußgetrappel noch während die letzten Worte der Durchsage verhallen. Türen klappen, Motoren brummen, Martinshörner schaffen freie Bahn. Ganz klar: die Jugendfeuerwehr Ammendorf hat wieder das Kommando übernommen und ist auf dem Weg zu ihrem ersten Einsatz.

Zum diesjährigen Tag der Berufsfeuerwehr stellte die ammendorfer Jugend 16 Jugendliche für die 24 Stunden diensttuende Wachmannschaft. Der erste Einsatz sollte auch gar nicht lang auf sich warten, denn schon während der Fahrzeugübernahme ertönte der Einsatzgong im Haus. Nachbarn hatten Hilferufe aus einer Wohnung gehört und die Feuerwehr alarmiert. Zügig besetzte die Besatzung ihr Löschgruppenfahrzeug und steuerte die gemeldete Adresse an. Schon kurz darauf erfolgte auch die erste Alarmierung für die Gruppe des Tanklöschfahrzeuges und des Mannschaftstransportfahrzeuges. Passanten hatten einen Containerbrand entdeckt, den sie mit eigenen Mitteln nicht löschen konnten. Die Anfahrt zu beiden Einsatzorten musste unser Nachwuchs leider aufgrund einer Realalarmierung abbrechen. Zurück im Gerätehaus übernahm die Einsatzabteilung die Fahrzeuge und rückte ab. Die Jugendabteilung bereitete derweil das Frühstück vor.

Nach der Rückkehr der mit ausgerückten Betreuer konnte das Stillen der knurrenden Mägen mit frischen Brötchen, Marmelade und Kakao beginnen. Henriette, unsere Ortsjugendsprecherin, begann im Anschluss mit einer Planspielausbildung zu den Aufgaben einer Gruppe im Einsatz. Mit eigens vorbereiteten Figuren und Symbolbildern fiel das Lernen allen leicht. Kaum war die Ausbildung abgeschlossen, wurde die Jugend wieder zum Einsatz gerufen, diesmal jedoch waren alle Fahrzeuge gefragt. Auf einer Mülldeponie sollten abgelagerte Abfälle in Brand geraten sein. Sofort düsten die Nachwuchsretter zur Einsatzstelle und konnten bereits auf der Anfahrt Rauch und Flammen erkennen. Schwierig gestaltete sich die Löschwasserversorgung, da der nächstgelegene Hydrant mehrere hundert Meter entfernt erst zu finden war. Die Gruppenführer entschieden sich deshalb mit dem LF Wasser über eine Saugleitung aus dem nähergelegenen Löschwasserbecken zu entnehmen und damit Strahlrohre und das TLF zu versorgen. Während die Wasserversorgung aufgebaut wurde, stellte ein Angriffstrupp mit C-Rohr sicher, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte. Zudem kühlte die Besatzung TLF und MTF mit einem Monitor die nahegelegene Hauswand. Nach der Vornahme weiterer C-Rohre konnte das Feuer erfolgreich niedergeschlagen werden.

Das Mittagessen, bestehend aus würzigem Gyrosfleisch mit Zaziki und Pitabrot, und die Mittagsruhe ließen bei allen die verbrauchte Kraft schnell zurückkehren, sodass die komplette Mannschaft gestärkt in die Sportausbildung gehen konnte. In kleinen Wettkämpfen traten die beiden Gruppen gegeneinander an, mussten jedoch auch knifflige Aufgaben als Team lösen. Als die letzten Schweißtropfen getrocknet waren, warteten schon die Kameraden der DRK Wasserwacht mit einer umfangreichen Erste-Hilfe-Ausbildung zu Verletzungsarten im Schulungsraum. Hier wurden verschiedenen Arten von Wunden und ihre richtige Erstversorgung vorgestellt und auch praktisch geübt.

Wie nützlich und erfolgreich diese Ausbildung war, zeigte sich bei der nächsten Alarmierung zu einer Explosion in einem Garagenkomplex. Laut den vorliegenden Informationen sollten dort Jugendliche mit Böllern experimentiert und eine Explosion verursacht haben. Es war von einer größeren Anzahl Verletzter auszugehen. Schon bei der Auffahrt auf das Gelände des Garagenkomplexes konnten die Gruppenführer eine leichte Rauchentwicklung aus dem betroffenen Gebäude erkennen. Die erste Lageerkundung ergab, dass sich mehrere gehfähige Verletzte im rauchfreien Bereich aufhielten. Während mehrere Trupps die Wasserversorgung und ein Strahlrohr für den Innenangriff vorbereiteten, gingen weitere Trupps in das Gebäude vor und retteten die desorientierten und verängstigten Verletzten. Im Anschluss konnten Atemschutztrupps weiter vorgehen, einen Kleinbrand ablöschen und mittels Krankentragen und Tragetüchern bewusstlose und mittel- bis schwerverletzte Personen aus verrauchtem Bereich retten. Außerhalb des Gefahrenbereiches wurde ein Verletztensammelplatz eingerichtet, an dem die Nachwuchsretter unter den wachen Augen der DRK-Ausbilder Schürf-, Schnitt- und Brandwunden sowie Knochenbrüche, Rauchgasvergiftungen und Schocks der insgesamt sieben Verletzten versorgten. Mit der erfolgreichen Belüftung des Gebäudes konnte die Einsatzstelle wieder freigegeben werden. Direkt am Übungsort bekamen die Jugendlichen ein positives Feedback zu ihrer geleisteten Arbeit. Bis auf Kleinigkeiten bewiesen sie, dass sie in der Lage sind auch eine größere Zahl unterschiedlicher Verletzungen patientengerecht zu versorgen.

Mit diesem großen Lob kehrte die ganze Mannschaft zum Abendbrot ins Gerätehaus zurück. Eingeladen waren selbstverständlich auch alle extra angereisten Helfer und Mimen der DRK Wasserwacht, mit denen wir uns deftigen Kesselgulasch mit Nudeln schmecken ließen. Lange sollte die Ruhe und Entspannung jedoch nicht vorhalten. Als langsam die Dämmerung hereinbrechen wollte, waren die Ermittlungen der Polizei im Fall der Explosion im Garagenkomplex so weit vorangeschritten, dass feststand, eine Person wird vermisst und soll sich noch auf dem Gelände befinden. Wieder rückte der Löschzug aus und eilte zum Einsatzort in der Hoffnung die Person noch rechtzeitig zu finden. Vor Ort erwies sich eine unübersichtliche Rasenfläche mit zahlreichem Buschwerk als wahrscheinlichster Aufenthaltsort des Vermissten. Um sich gegen die bald hereinbrechende Dunkelheit zu wappnen, wurde Beleuchtungsgerät an Stativ und am Korb der Drehleiter installiert und die die abzusuchenden Flächen ausgeleuchtet. Als einzelne Trupps entlang des Buschwerks an der Umzäunung keine Person feststellen konnten, entschieden die Gruppenführer mit einer langen Kette von Einsatzkräften die Rasenfläche zu durchkämmen. Diese Maßnahme brachte schließlich den gewünschten Erfolg und unter dem Blätterdach konnte der Vermisste ausgemacht und gerettet werden. Dies sollte sich als letzter Einsatz des Tages erweisen, sodass nach einer gemütlichen Runde an der Feuerschale in die Nachtruhe gegangen werden konnte. Mit Schlafsack und Luftmatratze ausgerüstet suchte sich jeder ein bequemes Plätzchen im Aufenthaltsraum.

Kurz nach sechs Uhr riss der Gong die Jugendlichen wieder aus dem Schlaf. Verkehrsunfall mit verletzter Person lautete das Alarmstichwort. Eilig warf sich jeder in seine Uniform und besetzte sein Fahrzeug. MTF, TLF und LF rückten zur angegebenen Adresse aus und den Einsatzkräften stockte beim Eintreffen am Einsatzort kurz der Atem. Aus dem Motorbereich des mit einem Laternenmast kollidierten Fahrzeugs drang Qualm und die Pfütze unter ihm verriet, dass brennbare Betriebsstoffe ausgelaufen waren. Die Gruppenführer schalteten schnell und ließen die Wasserversorgung vom TLF zum LF sowie einen Schaumangriff aufbauen. Mit dem Mittelschaumrohr gelang es dem vorgehenden Angriffstrupp die Brandgefahr zu bannen. Parallel dazu kümmerten sich die Einsatzkräfte um die unter Schock stehende Fahrerin. Zum Abschluss der Einsatzmaßnahmen wurde der Verkehrsraum ordnungsgemäß vom Löschmittel befreit und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit im Gerätehaus abgestellt. Damit endete die Wachbereitschaft der Jugendfeuerwehr und jeder freute sich auf ein ausgiebiges Frühstück in großer Runde. Hierbei ließen alle die gemeinsam bestrittenen Einsätze nochmal Revue passieren.

Eine Woche später bedankte sich die Jugendabteilung mit selbst gebackenem Kuchen und einem Präsent bei allen Betreuern und Helfern des diesjährigen Tages der Berufsfeuerwehr. Ein ganz besonders toller Höhepunkt sei dieser gewesen. Auf diesem Weg soll auch nochmals den unterstützenden Mitgliedern der DRK Wasserwacht für ihre tollen Schmink- und Schauspielkünste bei der Verletztendarstellung sowie Behörden und Unternehmen gedankt werden, die ihre Gelände für die Einsatzübungen komplikationslos zur Verfügung gestellt haben. Nur gemeinsam konnte dieser Aktionstag gelingen.

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