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Was war geschehen, was unsere Wehr so besonders macht?

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Geschichte unserer Wehr

Am 20. September 1899 wird im Gasthof Elstertal eine freiwillige Feuerwehr gegründet. 1907 erhält sie eine neue ,,Spritze``. Das Gerätehaus am Schillerplatz (Einmündung der Elsterstraße in der G. Dimitroff-Straße) wird 1911 in Betrieb genommen. Um 1930 gab es 2 Löschfahrzeuge und eine Drehleiter, dazu noch je ein Löschfahrzeug bei den Betriebsfeuerwehren der chemischen Fabrik Buckau, von Lindner und von der Papierfabrik (alles motorisiert).

 

Der Gemeinde Ammendorf ging es nicht anders als zahlreichen Kommunen, welche von einen industriellen Umfeld umgeben waren, welches immer mehr expandierte. Als günstiger Anlieger an einer der Hauptstrecken der Eisenbahn, bot das Gelände Ammendorf Raum  für viele Mittel- und Großunternehmen. Zum Beispiel die Gottfried Lindner AG (später Waggonbau), die Firma Hartmann, die chem. Fabrik Buckau, um nur einige zu nennen. Natürlich wirkte sich auch der in der Nähe liegende Braunkohlentagebau und zahlreiche Brikettfabriken auf die Gemeinde aus. So bildete Ammendorf bald das größte Dorf des Saalkreises. Viele Produktionsarbeiter der oben genannten Betriebe nahmen in Ammendorf ihre Wohnstadt. Das schlug sich vor allem in der Jahrhundertwende durch den Bau neuer Häuser nieder. Eine territoriale Vergrößerung der Kommune war die Folge. Die unmittelbare Nähe zur Großstadt Halle/S. war ebenfalls ein positiver Aspekt. Ammendorf  befand sich auf dem Weg zur zeitgemäß modernen Gemeinde. Nur mit einem konnte man aufgrund der genannten Veränderungen nicht zufrieden sein, dem Feuerlöschwesen. Die noch aus dem späten Mittelalter stammende Feuerordnung war zwar verbessert worden, konnte aber natürlich den neuen Anforderungen in keiner Weise gerecht werden. Denn auch im Feuerlöschwesen war der Fortschritt nicht zu übersehen. Das schlug sich vor allem in der Gründung von Freiwilligen Feuerwehren nieder, von welchen es im Saalkreis schon einige gab. Vielen Bürgern Ammendorfs, Handwerkern, Industriearbeitern usw. war die Sicherheit ihres Umfeldes und Eigentums schon lange ein Bedürfnis.

 

Einsatzappell - anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der FF Ammendorf

 

So war es eigentlich nur eine Folge logischer Überlegungen, als am 22. 9. 1899 im „Generalanzeiger`` stand, dass am 20. 9. 1899 in Ammendorf eine Freiwillige Feuerwehr gegründet worden sei. Text: „Zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr fand heute Abend eine Versammlung im Ochseschen Lokale statt, welche sehr gut besucht war. Ein Fachmann aus Halle/S. leitete die Versammlung. Sämtliche Anwesende erklärten sich mit den Vorschlägen einverstanden. Zu den Vorstandsmitgliedern des neu gegründeten Vereins wurden gewählt: Feilenhauermeister Große - Vorsitzender, Herr Stilbitz - stellv. Vorsitzender, Amtssekretär Scheibe - Schriftführer, Buchhalter Meyer - stellv. Schriftführer, Buchbindermeister Vogler - Rendant, Hausbesitzer Ulrich - Kassierer. Als Branddirektor wurde Herr Stilbitz und Brandmeister Herr Große gewählt. Als Zugführer wurden die Herren Große 2, Teucher, zum Oberfeuerwehrmann die Herren Müller Stilbitz 2 und Franz, zum Vizeoberfeuerwehrmann die Herren Techniker Ohme, Rammelt 1 und 2 gewählt. Der Herr Vorsitzende sprach den Wunsch aus, dass durch rege Beteiligung ein weiterer Zuwachs dem Unternehmen zu Gebote stehe. Die Gemeinde Ammendorf hat sich zur Anschaffung einer neuen Spritze bereit erklärt.´´

Diese Pferde gezogene Handdruckspritze nimmt die Freiwillige Feuerwehr im Juni 1907 in ihren Besitz.

 

Der eingerüstete Schlauchturm und das Spritzenhaus im Jahr 1984.

 

Für die neuen Bedingungen konnte nun auch das alte Spritzenhaus in der Hauptstraße nicht mehr genügen. So wurde beschlossen, am Schillerplatz (Elsterstr.) ein neues Gerätehaus zu bauen. Die Gründungsarbeiten begannen am 20.7.1911 durch die Baufirma Möbus in Radewell. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, wurde das Gerätehaus nach einer Bauzeit von nur 79 Tagen am 8.10.1911 eingeweiht. Es stellt heute noch eines der schönsten Gerätehäuser im gesamten Saalkreisraum dar. Die Schicksalsschläge der Zeit wie der 1. und 2. Weltkrieg hemmten auch die Ammendorfer Wehr in ihrer Entwicklung. So ließen im 1. Weltkrieg 8 Feuerwehrkameraden ihr Leben. Nach dem Reichsfeuerlöschgesetz vom 23.9.1938 werden die Freiwilligen Feuerwehren als Vereine und Verbände aufgelöst. Sie erhalten, als Löscheinheit, den Status einer Hilfspolizei.

 

Auszeichnung verdienter Kameraden Mai 1961

 

Im Gerätehaus Ammendorf wird während der Bombenangriffe ein ständiger kasernierter Wachdienst zu Brandbekämpfungszwecken unterhalten. Wie überall, so war auch der Anfang nach 1945 für die Ammendorfer Wehr ein beschwerlicher Weg. Jeder hatte mit sich selbst genug zu tun. Aber immer gab es Personen mit Motivation für den notwendigen Feuerwehrdienst. Unter dem damaligen Wehrleiter Winkler, wurden allmählich wieder Kameraden für den Dienst an der Gemeinschaft gewonnen. Auch den Geräte- und Fahrzeugbestand galt es zu überholen. So zog die Wehr am 50. Gründungstag das Fazit, dass sie mit 40 Kameraden, einem LF 25, LF 15 und einer DL 22 dem Feuer Parole bieten können. Nach Eingliederung von Ammendorf in den Stadtkreis Halle 1950, gehen die Mitgliederzahlen wieder zurück. Auch Löschtechnik wird aus dem Bestand umgesetzt.

 

Einsatzfahrzeuge 1961 Magirus LF 15; Opel-Blitz 3,6 MTW

 


Übergabe eines W-50 L LF16 an die Ammendorfer Wehr, November 1984

 

In den Jahren 1958-59 entstand das erste Pionier-brandschutzaktiv des Stadtbezirkes Halle-Süd. Dieses Aktiv hatte später wesentlichen Anteil an der Stabilisierung des Mannschaftsbestandes. Anfang der sechziger Jahre konnte die Wehr wieder auf 25 aktive Kameraden blicken. Sie besetzten ein LF 15 Magirus und einen Mannschaftstransportwagen Opel. Obwohl die Ammendorfer Kameraden immer den Leitsatz der Feuerwehr „Dem Nächsten zur Wehr" gerecht werden, kamen nach der Wende umfangreiche Aufgaben auf sie zu. Das zeigt sich allein in ihren großen Ausrückbereich. Auch die Zahl der Alarmierungen stieg drastisch an. So kam die Wehr oft über 100 Alarmierungen im Jahr. Oft konnten die Ammendorfer Feuerwehrmänner die Berufsfeuerwehr Halle in komplizierten Einsätzen maßgeblich unterstützen. Und sehr oft waren die Hallenser „Profis" auf sie angewiesen. Der gute Ausbildungsstand zeigt nicht zuletzt, dass die Mitgliedschaft in der Wehr nicht Selbstzweck ist. Deshalb sei auf dieser Homepage allen denen gedankt, welche in unzähligen Freizeitstunden besonders außerhalb der Dienstzeit alle Probleme und Belange der Wehr gelöst haben. Große Aufmerksamkeit gilt dem Nachwuchs. Besonders der damaligen Jugendwart Torsten Eifler, schafft es im Jahr 1998 mit seiner Arbeit in dankenswerter Weise, die Jugend für den Feuerwehrdienst zu begeistern. So konnten 4 Jugendliche, darunter 1 Mädchen, in den aktiven Dienst übernommen werden. Andere aus der Jugendfeuerwehr hervorgegangene Kameraden, sind schon seit Jahren feste Stützen der Wehr. In unserer so materialistisch geprägten Zeit ist dieses Engagement nicht hoch genug einzuschätzen. Besondere Höhepunkte der Wehr und der Ammendorfer Bürger sind die Sommerfeste, verbunden mit dem Tag der offenen Tür. Hier zeigt sich im Besonderen die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Feuerwehr. Manchmal reichten, wegen der großen Besucherzahl, Tische und Stühle nicht aus. Egal ob die historische Ausstellung, Technik, Vorführung, Bastelstraße, der Rosengartenexpress Fackelumzug, Musik und nicht zuletzt die Ammendorfer Erbsensuppe usw., ließen die Sommerfeste zum Begriff für viele werden. Sehr gute Kontakte werden mit der Partnerfeuerwehr aus Hagsfeld bei Karlsruhe gepflegt. Gegenseitige Besuche bei festlichen Anlässen, sind zur Regel geworden. In unserer technisch hochentwickelten Zeit, werden auch an den Feuerwehrmann große Anforderungen gestellt. Gerade er ist im großen Spektrum der Schadensfälle erheblichen Gefahren ausgesetzt. Die ständige Weiterbildung wird deshalb auch in der Ammendorfer Wehr als wichtiger Aspekt angesehen. So wurden zahlreiche Kameraden als Maschinist, Leitermaschinist, Truppführer, im Atemschutz und Funk ausgebildet. Um das Zusammenwirken von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr zu festigen, gehören gemeinsame Großübungen zum ständigen Programm. Schon seit Jahren sind auch Berufsfeuerwehrmänner aus Halle Mitglied der Ammendorfer Wehr. Oft noch nach anstrengendem Dienst, setzen sie in der Freiwilligen Feuerwehr ihr Engagement fort.

Ihnen sei an dieser Stelle ein großes Lob ausgesprochen. Viele Schulen der Umgebung nutzen die Möglichkeit, eine Freiwillige Feuerwehr kennen zu lernen. Nach einer Führung durch Geschichte und Gegenwart, sind diese Projekttage der Klassen bei unserer Wehr ein nachhaltiges Erlebnis.

 

 

Obwohl die Ammendorfer Wehr noch über kein neues Einsatzfahrzeug verfügt, konnte Dank des Wehrleites Herbert Scheidewig die vorgehaltenen Technik erfolgreich operiert werden. Vorhanden sind das von der ehemaligen Betriebsfeuerwehr Buna stammende Tanklöschfahrzeug 32 auf Tatra 148, 1 LO als Rüstwagen mit 800 m gekuppelten Schlauch,  1 LO als Mannschafts- und Löschfahrzeug, das Löschgruppenfahrzeug 16 W 50, die Drehleiter 30 und das Vorausfahrzeug B 1000. Zusätzlich verfügt die Wehr über einen Schlauchtransportanhänger mit 200 m gekuppelten Schlauch. Zu erwähnen wäre noch unser Traditionsfahrzeug, der fahrtüchtige S 4000-1 LF 16. Gerade der Großtanker Tatra mit seinen 8500 l Wasser, konnte bei vielen Bränden einen wirkungsvollen Erstangriff einleiten. Nicht zu vergessen die zahlreichen Ödlandbrände, ohne Löschwasser. Hierbei ist der Tatra mit seinen Wasservorräten nicht wegzudenken.

 

 

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