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Studieren bei der Feuerwehr

IMG_2122„Nanu“, mag man sich fragen, „gibt es das?“. Sind die Kräfte der Feuerwehr Ammendorf neuerdings Professoren? Oder muss man jetzt erst Feuer- und Flammenkunde studieren, um Brände zu bekämpfen? – Natürlich nicht. Zwar muss sich jeder Feuerwehrmann eine Menge Wissen aneignen, um erfolgreich helfen zu können, jedoch ist ein Studium für das Ehrenamt nicht nötig. Vielmehr sind Studierende der Martin-Luther-Universität an einen ihrer Kommilitonen, selber Mitglied unserer Wehr, herangetreten und haben nett gefragt, ob sie denn nicht unsere Wehr besuchen und kennen lernen dürfen. Eine kurze Absprache folgte und schon stand der Termin fest. Freitag der 13. sollte einiges aber kein Unglück mit sich bringen. Um neun trafen die Studenten mit zwei ihrer Dozenten ein und wurden von Ulrich Röfer in Empfang genommen. Dieses langjährige Mitglied der Ammendorfer Wehr kümmert sich liebevoll um das Museum, darf eigentlich bei keinem Gerätehausrundgang fehlen und zieht regelmäßig die Besucher mit spannenden Erzählungen in seinen Bann. Nach einem herzlichen Willkommensgruß stellte der Kamerad Röfer sich und die Wehr vor und begann den Rundgang. Neben zahlreichen geschichtlichen Anekdoten zum Feuerwehrwesen stand dieser Rundgang unter dem Thema „Chemie in der Feuerwehr“.

Einmal mit dieser Problematik beschäftigt, überrascht es, wie viel Wissenschaft doch in der Feuerwehr steckt. Längst ist das Hauptlöschmittel Wasser nicht mehr das Allheilmittel bei der Brandbekämpfung. Doch wann begann die Entwicklung von Alternativen wie Schaummittel? Woraus bestand es damals, woraus heute? Was steckt denn eigentlich in der Schutzkleidung und wieso kann man mit ihr durchs Feuer gehen? Das und dergleichen mehr konnte beim Gerätehausrundgang erkundet werden. Auch unsere Kleinode wie die erst kürzlich eigens restaurierte Kastenspritze aus dem Gebälk der Ulrichskirche  oder die Überreste aus der Ule-Kapsel durften beim Bestaunen selbstverständlich nicht ausgelassen werden. Gleichzeitig wurden unsere Besucher nicht müde Fragen zu den verschiedensten Bereichen der Feuerwehr zu stellen. Ob es nun das Vorgehen der Feuerwehr bei Einsätzen oder das richtige Verhalten der Bürger im Brandfall war, alles hinterfragten sie und die Kameraden beantworteten gern in aller Ausführlichkeit. Frank Schulz von der Berufsfeuerwehr Südwache brachte den ABC-Erkundungskraftwagen mit zur Wehr und stellte die Messtechnik der Zentralen Messeinheit der Feuerwehr Halle (Saale) vor. Seine Berichte über skurrile Einsätze ließen viele Köpfe mit ungläubigen Blicken schütteln. Das Ausprobieren und Anprobieren von Messtechnik sowie von Einsatzmitteln der Ammendorfer war für die angehenden Chemie-Lehrer natürlich ein Muss. Diese bedankten sich sehr lieb bei allen anwesenden Feuerwehrmännern und überreichten eine große Schachtel Leckereien, die der Kamerad Röfer stellvertretend entgegennahm. Das geäußerte Feedback sowohl der Studenten als auch ihrer Dozentinnen war durchweg positiv. Und uns hat sowieso Spaß gemacht. Schließlich freuen wir uns immer, wenn sich jemand für die Arbeit der Feuerwehr interessiert. Und wer weiß, vielleicht sehen wir den einen oder die andere eines Tages mit der eigenen Schulklasse wieder bei uns. Auch dann sind sie wieder herzlich willkommen.

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