Einsätze 2008

MAST 2008

48. 24. Oktober 2008 - 18.39 Uhr Einsatzübung MAST-2008


Quelle: www.ff-halle-neustadt.de
Text: Steffen Titze - FF Halle Neustadt (Aus Sicht der FF Neustadt)


Am 24. Oktober 2008 fand die Einsatzübung "Mast 2008" statt. Es wurde folgende Situation angenommen: Bei Sanierungsarbeiten kam es durch Unachtsamkeit von Bauarbeiter zu der Explosion einer Gasflasche. Durch die Explosion ist ein Brand, mit starker Rauchentwicklung, in dem Gebäudekomplex ausgebrochen. Insgesamt 7 Arbeiter wurden durch die Explosion zum Teil schwer verletzt. Dachdecker Heinz konnte sich mit letzter Kraft an die Dachkante retten, bevor er bewusstlos zusammenbrach. In seinem Auge steckte ein Metallsplitter. Vorarbeiter Kurt stürzte in einen Schacht und erlitt einen Rippenbruch sowie Verletzungen der Wirbelsäule. Problematisch erwies sich dabei, dass er dabei in einer Maschine im dunklen Schacht eingeklemmt wurde. Auch er war bewusstlos und konnte sich nicht bemerkbar machen. Lehrling Otto wurde bei seiner Flucht aus der Lagerhalle unter herumfliegenden Trümmern eingeklemmt und erlitt Frakturen an Armen und Beinen. Polier Gustav brach kurz vor Erreichen des Tores bewusstlos zusammen. Aufgrund der Explosion hatte er schwere Brandverletzungen an den Armen und im Gesichtsbereich erlitten. Die 3 restlichen Arbeiter waren, im Gegensatz zu den bisher erwähnten Opfern, zu Übungsbeginn noch bei Bewusstsein. Alle 3 schrieen panisch um Hilfe. Bei Azubi Lisa stellte sich nach wenigen Minuten ein Volumenmangelschock durch eine stark blutende Armwunde ein, welcher sie kurz nach Ankunft der Retter bewusstlos werden lies. Franz, der Sohn des Vorarbeiter, war mit dem Knöchel in einem Gelände eingeklemmt. Durch die Druckwelle wurde er umgeworfen, wodurch er sich den Knöchel brach. Seine Frau, Sekretärin Susi, irrte panisch im Gebäude umher. Zwar hatte sie außer einer Rauchvergiftung keine schweren Verletzungen, allerdings war sie hochschwanger im 8. Monat. Unterdessen breitete sich der Brand in der Lagerhalle weiter aus. Eine weitere Gasflasche steht unter Flammbeaufschlagung und drohte zu explodieren.



Bereits um 18 Uhr wurde die Ortswehr Ammendorf zur Besetzung des Gerätehauses alarmiert. Bis zu diesem Zeitpunkt waren lediglich die Wehrleiter der Kameraden aus dem Süden der Stadt informiert. Nachdem der Löschzug besetzt war, fuhren die Kräfte einen Bereitstellungsraum in Halle - Neustadt an. Um 18:38 Uhr war es dann soweit. In der Leitstelle ging ein Notruf ein, dass es eine Explosion in einer Fabrikanlage gab und Menschen um Hilfe schreien. Natürlich wussten die Leitstelle der Feuerwehr und Polizei bereits Bescheid, da die Übung weithin sichtbar war. Exakt 18:39 Uhr löste das Einsatzleitzentrum Halle dann Alarm aus. "Einsatz für die Freiwilligen Feuerwehren Ammendorf, Passendorf, Neustadt und Nietleben. Explosion mit Brandfolge in einer Fabrikanlage. Vermisste Personen." Verwunderung herrschte bei vielen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren des Abschnittes West. Im Vorteil war an diesem Abend ganz klar die OW Nietleben, welche ihren wöchentlichen Ausbildungsdienst durchführte. Zeitgleich mit dem Ausrücken des LF Neustadt verließen auch der MTW des Einsatzleiter und der Löschzug Ammendorf den Bereitstellungsraum und fuhren in einer ca. 150 Meter langen Blaulichtkolonne nach Kröllwitz. Nach wenigen Minuten trafen die 6 Fahrzeuge zusammen mit dem LF 8/6 Nietleben an der Einsatzstelle ein. Aufgrund der weithin sichtbaren Rauchsäule und des großen Feuerscheines waren einige Einsatzkräfte zunächst verwundert und fragten sich, ob es wirklich eine Übung ist, oder ob etwas schief gegangen ist. Sofort führte unser frisch gebackene Zugführer und Einsatzleiter an diesem Abend Onno Eckert eine Lageerkundung durch und teilte die Einsatzstelle in 2 Abschnitte. Als Abschnittsleiter wurden die Einheitsführer Ammendorf und Nietleben bestimmt. Die angerückten Kräfte und Mittel wurden auf beide Einsatzabschnitte verteilt und Funkkanäle festgelegt.

Der Abschnitt Nord bestand aus den Löschgruppenfahrzeugen (LF 8/6) der Ortsfeuerwehren Neustadt und Nietleben sowie dem Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24-TR) der Ortsfeuerwehr Ammendorf. Insgesamt gehörten 19 Kräfte zu diesem Einsatzabschnitt, unter Leitung des Ortswehrleiters Nietleben. Die OW Nietleben begann umgehend mit dem Aufbau einer Wasserversorgung über 300 Meter zu einem Unterflurhydranten. Zeitgleich wurde vor dem Objekt ein Verteiler gesetzt und der Angriffstrupp Nietleben rüstete sich für die Lageerkundung, gegebenenfalls mit Brandbekämpfung und Menschenrettung, aus. Nachdem die Wasserversorgung stand ging der Trupp in die Lagerhalle vor. Unterdessen rüsteten sich jeweils ein Atemschutztrupp der OW Neustadt und Nietleben mit Atemschutz aus. Die Besatzung des TLF begann, zusammen mit 3 Kameraden der OW Neustadt, mit der Rettung des eingeklemmten Lehrling Ottos. Nachdem die leichten Trümmerteil zur Seite gelegt wurden, wurde die Personen mit dem hydraulischen Rettungsgeräten befreit. In der Lagerhalle wurde unterdessen Polier Gustav entdeckt und versorgt. Im Anschluss brachte der Trupp sofort die Person aus der Lagerhalle und brachte sie zur Verletztensammelstelle. Unterdessen rüstete sich auch der Trupp des TLF Ammendorf mit Atemschutz aus und so konnten 2 weitere Trupps (Neustadt und Nietleben) vorgehen. Aufgrund der enormen Rauchentwicklung konnte, wie im realen Einsatz auch, die Halle nur durch Tasten erkundet werden. Dies machte aber zum Teil kaum einen Unterschied zum Außengelände im Abschnitt Nord, da vergessen wurde das Außengelände auszuleuchten.

Unterdessen begann der Abschnitt Süd unter Leitung des Ortswehrleiters Ammendorf mit ihrem Einsatzauftrag. Zugeordnet waren die restlichen 3 Fahrzeuge der Ortswehr Ammendorf sowie die nachrückenden Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Passendorf. Durch 2 Löcher im Zaun konnte der Zugang zum Objekt sichergestellt werden, allerdings mussten an einer Stelle ein Höhenunterschied mit einem Steckleiterteil, überwunden werden. Das gleiche Problem gab es auch am Gebäudeeingang. Gemeinsam bauten Trupps aus Ammendorf und Passendorf eine ca. 200 Meter lange Wasserversorgung zu einem weiteren Hydranten auf. In beiden Abschnitten wurde die Wasserversorgung in kurzer Zeit aufgebaut, so dass schnell ausreichend Löschwasser zur Verfügung stand. Nachdem die Wasserversorgung aufgebaut war, ging der Angriffstrupp mit einem C - Rohr vor. Zunächst hatten sie den gleichen Einsatzauftrag, wie der 1. Angriffstrupp im Nordabschnitt, Lageerkundung, gegebenenfalls mit Brandbekämpfung und Menschenrettung. Unterdessen suchte die Drehleiterbesatzung das Dach ab und entdeckte nach kurzer Zeit Dachdecker Heinz. Schnell wurde er in Sicherheit gebracht. Zeitgleich baute der Maschinist des LF Ammendorf den Beleuchtungssatz auf. Relativ schnell wurde auch der bewusstlose Vorarbeiter Kurt in seiner Zwangslage entdeckt und nach kurzer Zeit vom Wassertrupp Ammendorf aus dem Gefahrenbereich geholt. Unterdessen drangen die Atemschutztrupps weiter in die Hallen vor. Der Ammendorfer Angriffstrupp bahnte sich mit seinem C - Rohr den Weg durch die brennenden Hallenteile. Fast zeitgleich mit einem Trupp aus Nietleben wurde Azubi Lisa entdeckt. Lisa schrie unter Schock stehend, Angsterfüllt um Hilfe. Starke Schmerzen hatte sie aufgrund ihrer Armverletzung. Zwei Trupps aus dem Nordabschnitt kümmerten sich um die verletzte Lisa und um die in diesem Hallenbereich stehende Gasflasche. Während die Verletzte schnellstmöglich zur Verletztensammelstelle gebracht wurde, wurde die bisher unter Flammbeaufschlagung stehende Gasflasche gekühlt. Außerdem wurde ein weiterer Trupp mit einem C - Rohr nachgefordert, welcher die Brandbekämpfung fortsetzte.

Der Angriffstrupp Ammendorf ging unterdessen zur zweiten Lagerhalle vor, geleitet von Hilfeschreien. Unmittelbar nach Ankunft des Trupps in der Halle wurde der verletzte Franz aufgefunden. Die schreiende Susi im Nordteil der Halle ließ den Trupp weitere Kräfte nachfordern. Aufgrund einer Unachtsamkeit stürzte der Truppmann in eine ehemalige Dunggrube. Bei diesem, bereits im Übungskonzept geplanten Unfall, brach sich der Kamerad fiktiv das Bein und konnte aus eigener Kraft nicht mehr die Halle verlassen. Umgehend wurde ein Notsignal gegeben und ein Rettungstrupp losgeschickt. Nach kurzer Zeit waren weitere Trupps eingetroffen und holten beide Verletzten mit Krankentragen aus dem Gefahrenbereich. In der Zwischenzeit suchte der Neustädter Angriffstrupp den nördlichen Hallenteil ab und fand die schwangere Susi. Die beiden Kameraden stützten sie beim Verlassen der Halle.

Nachdem die 8 fiktiv verletzten Bauarbeiter und Einsatzkräfte aus der Halle evakuiert waren, konnte die Übung beendet werden. Nun galt es die Einsatzstelle zurück zu bauen. Außerdem fand eine erste Auswertung direkt am Einsatzort mit den Einheitsführern und Beobachtern statt. Es konnten eine ganze Reihe guter Dinge genannt werden, z.B. der rasche Aufbau der Wasserversorgung, allerdings wurden auch einige Fehler Aufgezeigt. Das Ziel einer Übung ist es Fehler zu machen, um diese Auswerten zu können, damit sie in einem realen Brandeinsatz nicht geschehen. Alles in allem konnte ein ordentliches Ergebnis am Ende festgestellt werden. Insgesamt waren 63 Personen (davon 47 Einsatzkräfte im Übungsgeschehen) mit 14 Fahrzeugen (davon 11 Fahrzeuge im Übungsgeschehen) eingesetzt. Es kamen 4 C - Rohren und 16 Pressluftatmer zum Einsatz.

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