Einsätze 2010

Rauchentwicklung

Einsatznummer: 1
Datum: 1. Januar 2010
Zeit: 01.28 Uhr - 03.07 Uhr
Ort: Weißenfelser Straße 53
Einsatzart: Rauchentwicklung im Treppenhaus


In der Silvesternacht hatten wir mit der Drehleiter und dem Tanklöschfahrzeug Bereitschaft, um ausreichend Rettungsmittel für eventuelle Einsätze in der Silvesternacht sicher zustellen. Das Einsatzaufkommen für die Feuerwehr lief in dieser Silvesternacht ruhig ab. Vereinzelt musste die Feuerwehr Halle zu Containerbränden und anderen Einsätzen ausrücken. Gegen 01.28 Uhr wurden wir zu einer Nachkontrolle in die Weißenfelser Straße alarmiert. Ein Anwohner berichtete, dass ein Knaller vor dem Haus gezündet wurde und leichter Brandgeruch entstand. Die Anfahrt zum Einsatzort gestaltete sich aufgrund der vereisten Straßen etwas schwierig. Am Einsatzort konnte von außen nichts festgestellt werden. Der Anrufer stand auf dem Balkon und berichtete den Vorfall. Bei der Kontrolle des Treppenhauses konnte eine starke Rauchentwicklung in mehreren Etagen mit geringer Sichtweite festgestellt werden. Der Rauch war sehr reizend in den Atemwegen und die Ursache war noch unklar. Ein Trupp machte sich zur Lageerkundung und Brandbekämpfung bereit. Eine Person vor dem Haus beklagte sich über starke Reizungen in den Atemwegen. Sofort wurden weitere Kräfte der Berufsfeuerwehr Südwache und dem Rettungsdienst nachgefordert. Vor dem Haus hatten wir mit angetrunkenen Bürgern Probleme, die mit aller Gewalt wieder in das Haus zu Ihrer Wohnung wollten. Auf die Anweißung des Einsatzleiter wurde keine Rücksicht genommen. Ein Betreten des Hauses war nicht mehr möglich. Eine daraus resultierende Handgreiflichkeit unter den Passanten wurde durch das Eingreifen der ankommenden Polizei beendet. Während der vorgehende Trupp unter Atemschutz das Brandgut aus dem Haus entfernt hatte und eine Belüftung des Gebäudes vorbereitete, bahnte sich eine hohe Anzahl an hilfebedürftigen Personen an. Wieder haben die Hausbewohner einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Aufgeschreckt und voller Angst wurden die Wohnungstüren in dem stark verqualmten Treppenhaus geöffnet und die Mieter versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Wir hatten alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, um die Personen in den Wohnungen zu halten und die Türen verschlossen zulassen. Dringend waren wir auf Unterstützung mit weiteren Atemschutzgeräteträgern angewiesen. Die bereits alarmierte Verstärkung war kurz vor der Einsatzstelle. Der Wohnblock hatte in der Mitte ein Treppenhaus über 6 Etagen. Jeweils links und rechts vom Treppenhaus gingen Flure ab, von denen je 8 Wohnungen abgingen. Die eingetroffene Berufsfeuerwehr setzte ebenfalls Trupps unter PA zur Menschenrettung und Belüftung des Gebäudes ein. Ein Überdruckbelüfter wurde in Stellung gebracht. Immer wieder wurden andere  Bürger in dem verqualmten Treppenhaus entdeckt, die sich in Sicherheit bringen wollten. Diese wurden sofort von den jeweiligen Trupps gerettet. Ein bereitstehender Notarzt und 2 Rettungswagen versorgten die Patienten. Auf der Rückseite des Gebäudes standen 2 Bürger auf dem Balkon, deren Wohnung durch die Öffnung der Wohnungstür verqualmt war und diese klagten ebenfalls über Beschwerden. Eine Stellung der Drehleiter auf dem Hinterhof war nicht möglich. Die Personen mussten durch das Treppenhaus gerettet werden. Im Einsatzverlauf wurden 8 Anwohner durch die Feuerwehr gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Der Mannschaftstransporter der Ammendorfer Wehr wurde nachalarmiert, um die steigende aufkommende Personenzahl warm und sicher zu betreuen. Nach der erfolgreichen Entrauchung des Gebäudes wurden alle Wohnungen und alle Etagen kontrolliert und es wurde sich über den Zustand der Personen erkundigt. In einer Wohnung wurden Geräusche festgestellt, aber keiner öffnete die Tür. Um eine Gefährdung der Person auszuschließen, sollte die Tür gewaltsam geöffnet werden. Kurz vor der Öffnung schaffte es der Bürger an die Tür und öffnete diese. Es handelte sich um einen Rollstuhlfahrer der bereits im Bett gelegen hatte. Hier war alles in Ordnung. Der Einsatz zögerte sich über anderthalb Stunden hin. Alle Personen konnten vor Ort behandelt werden und es entstanden keine größeren Verletzungen. Ursache für die Rauchentwicklung war eine größere Tabakdose, die im Treppenhaus entzündet wurde, und verbranntes Linoleum. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr und das gute Zusammenspiel der einzelnen Kräfte, konnte der Einsatz ohne größere Schäden und Verletzt

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