Einsätze 2012

Das Licht ist an!

Einsatznummer: 79, Datum: 4. Oktober 2012, Zeit: 11.44 Uhr - 13.21 Uhr, Ort: Dreililienstraße, Einsatzart: Küchenbrand


e12.10.04.02.4Wie im vorhergehenden Bericht beschrieben, brannte eine 60 Meter lange Scheune in der Nacht zum Donnerstag bis auf die Grundmauern nieder. Die 17 Ammendorfer Kameraden waren mit allen vier Fahrzeugen auf der Südwache, um so den Stadtschutz zu gewährleisten. Halb vier in der Nacht tauschten die Frauen und Männer ihr warmes Bett gegen die kalte Einsatzbekleidung. Rund acht Stunden verbrachten wir auf der Südwache mit Fernsehen und einer Drehleiterausbildung. Das Frühstück wurde von unseren Feuerwehrfrauen frisch im benachbarten Einkaufsmarkt gekauft und mundgerecht zubereitet. Mit gefülltem Magen wurde sich die Zeit bis zur Ablösung mit Kreuzworträtseln und Ausbildung vertrieben. Es ist schon ein komisches Gefühl. Den ganzen Tag kann sich die Berufsfeuerwehr vor Einsätzen nicht retten, wenn aber eine Freiwillige Feuerwehr die Wache besetzt, ist es komischerweise ruhig. Die aufmerksamen Leser sollen es nicht falsch verstehen. Der ein oder andere ehrenamtliche Kamerad ist auch mal daran interessiert, seine jahrelang erlernten Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und als sogenannter erster Ausrücker eingeteilt zu sein. Man wünscht sich keine Einsätze und es soll auch nie etwas passieren, dennoch steckt die Aufregung immer in einem drin.

Jedenfalls vergingen diese acht Stunden sehr langsam und wir starrten gefühlte 100 Mal auf das Alarmlicht und die Anzeigetafel. Es war zum Glück so ruhig in der Stadt, dass keine weiteren Notrufe einliefen. Gegen halb zwölf wurde die Berufsfeuerwehr Südwache von dem harten Einsatz abgelöst, um eine Erholungsphase nach den letzten Stunden voller schwerer körperlicher Arbeit zu ermöglichen Wir waren dabei die Bereitschaft zu beenden sowie die Fahrzeuge aus den Hallen zu fahren und die Stellflächen wieder freizugeben, als plötzlich eine Stimme aus unseren Reihen erschallte. „Das Licht ist an“ Das Alarmlicht leuchtete, wir schauten an die Anzeigetafel und unsere Fahrzeuge standen drauf. Sofort erschallte die Durchsage „Einsatz Löschzug Südwache, LF8, TLF, DLK und MTF Ammendorf, Dreililienstraße – starke Rauchentwicklung im Treppenhaus“. Ich glaube so schnell waren die Kameraden noch nie in den Fahrzeugen. Die Rutschstangen waren zuvor ausgiebig getestet sowie das Rutschen trainiert worden und konnten nun in der Praxis angewandt werden. Die Fahrzeuge rollten aus den Hallen, das Einsatzleitfahrzeug mit dem Wachabteilungsführer der Südwache fuhr vor uns vorbei und winkte zu uns „Ab geht’s“. Geführt vom ELW reihten sich die Ammendorfer Fahrzeuge dahinter ein und gefolgt von den restlichen Fahrzeugen der Südwache kämpften wir uns durch die vollen Straßen. Die ersten Vorbefehle wurden bereits auf der Anfahrt getroffen. Die Kameraden rüsteten sich während der Fahrt aus und waren schnell einsatzbereit. Mit einer Hilfeleistungszeit von 10 Minuten ab Alarmierung konnten die Fahrzeuge den Stadtrand in Osendorf erreichen und die gesetzlichen Forderungen erfüllen. Die Fahrzeugaufstellung war sehr wichtig, um weiteren Rettungsfahrzeugen oder der Drehleiter die Zufahrt nicht zu versperren. Der Einsatzleiter Südwache hatte volles Vertrauen und ließ den Einsatz durch die Ammendorfer Wehr abarbeiten. Die Berufsfeuerwehr hielt sich im Hintergrund und beobachtete skeptisch die Handgriffe der sehr jungen Mannschaft aus Ammendorf. Die erste Person kam mit Tränen in den Augen und rotem Gesicht auf die Einsatzkräfte zu und sagte „Meine Küche brennt. Ich habe schon das meiste gelöscht“. Die Anzeichen für eine mögliche Rauchgasvergiftung waren zu sehen, somit wurde ein Rettungswagen nachgefordert. Um die verletzte Person wurde sich bis zur Übergabe an den Rettungsdienst gekümmert. Mit einem Kleinlöschgerät drang der erste Trupp unter Atemschutz in die Brandwohnung vor und ein C-Rohr lag in Bereitschaft. Es mussten zum Glück nur noch Restlöscharbeiten durchgeführt werden. Die verqualmte Wohnung wurde durch eine Querbelüftung mit Frischluft versorgt und die Sicht dadurch verbessert. Ein weiterer Trupp kontrollierte und evakuierte das Treppenhaus. Im Einsatzverlauf musste ein Überdruckbelüfter eingesetzt werden. Da das Treppenhaus rauchfrei war, wurden sämtliche Bewohner des Hauses aus den Wohnungen evakuiert. Ein Gasanschluss lag in den Wohnungen nicht an, so musste nur der Strom durch die Kameraden abgeschaltet werden. Es brannten ein Elektroherd und ein Teil der Küchenhänge. Das Brandgut wurde durch die Trupps ins Freie transportiert. Die Belüftung des Hauses konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Ein bereitstehender Rettungstrupp kam nicht zum Einsatz. Zwei Personen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gefahren. Im Anschluss des Einsatzes wurden die Kameraden für die wunderbare Einsatzdurchführung und den Wissenstand von der Berufsfeuerwehr gelobt. Die Kameraden konnten Erfahrungen sammeln und das Erlernte in der Praxis anwenden. Die Einsatznachbereitung dauerte noch etwas an, weil die Fahrzeuge mit Schläuchen und Atemschutz wieder einsatzbereit gemacht werden mussten. Die Bereitschaft und der Einsatz waren beendet. Die Kameraden mussten sich waschen und Mittagessen. Danke an die Arbeitgeber für das Verständnis um das Ehrenamt ihrer Mitarbeiter. Würden alle Arbeitgeber diese gemeinnützige Sache nicht unterstützen, würde manche Hilfe zu spät oder gar nicht ankommen.

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