Einsätze 2012

Panikschreie durch Wohnungsbrand im Hochhaus

Einsatznummer: 11, Datum: 18. Februar 2012, Zeit: 03.06 Uhr - 05.50 Uhr, Ort: Ingolstädter Straße, Einsatzart: Wohnungsbrand


e12.02.18.14Ein Drama bot sich den Einsatzkräften am frühen Samstagmorgen im halleschen Stadtteil Südstadt. Gegen 3 Uhr morgens alarmierte die Leitstelle Halle die Löschzüge der Südwache und der Freiwilligen Feuerwehr Ammendorf in die Ingolstädter Straße. Zahlreiche Notrufe über einen Wohnungsbrand waren bei ihr eingegangen und berichteten außerdem teilweise von Personen, die sich noch in der betroffenen Wohnung aufhalten sollten. Mit ihrem Eintreffen konnte die Berufsfeuerwehr die Lage „Wohnungsbrand – volle Ausdehnung“ bestätigen und forderte umgehend weitere Kräfte und Mittel nach. Die Ammendorfer Wehr befand sich bei Übermittlung dieser Funksprüche nur noch wenige Straßen entfernt und die entsprechenden Trupps rüsteten sich umgehend mit schwerem Atemschutz aus, um direkt nach Eintreffen am Einsatzort einsatzbereit zu sein. Aus dem elfgeschossigen Gebäude waren bereits zahlreiche Personen geflohen und standen bei winterlichen Nachttemperaturen nicht immer optimal bekleidet auf der Straße. Deshalb alarmierte die Leitstelle neben einem weiteren Fahrzeug der Hauptwache, den Freiwilligen Feuerwehren Büschdorf und Kanena auch den Betreuungszug des DRK, zehn Rettungstransportwagen der Schnelleinsatzgruppe und weitere Polizeikräfte nach. Nach unserer Ankunft an der Eisatzstelle bot sich ein bedenkliches Bild: Zahlreiche Personen, Kinder wie auch Erwachsene, schrien lauthals aus den Fenstern um Hilfe.  Ein kurzer Einblick über das dramatische Geschehen am Einsatzort zeigt dieses Video einer Privataufnahme. Durch beruhigendes Einwirken, den sofortigen Einsatz mehrerer Trupps der Berufsfeuerwehr und der Ammendorfer Wehr sowie eines Überdruckbelüfters konnte Schlimmeres verhindert werden. Alle Ammendorfer Kameraden wurden sofort eingesetzt sowie alle verfügbaren Atemschutztrupps zur Rettung der Anwohner entsandt. Mieter hatten teilweise versucht, nachdem sie den Brand bemerkt hatten, aus dem Gebäude zu fliehen.

Nach dem Öffnen der Wohnungstür mussten sie jedoch feststellen, dass das Treppenhaus bereits mit dichtem, schwarzem Rauch gefüllt war. Panisch kehrten sie zurück in ihre Wohnung und stürzten an die Fenster, ohne jedoch die Wohnungstür zu schließen.Dies hatte unweigerlich zur Folge, dass sich Rauch auch in die Wohnungen ausbreiten konnte und die Bewohner bedrohte. Der zur Brandbekämpfung und Menschenrettung vorgegangene Trupp der Berufsfeuerwehr konnte erst nach einer halben Stunde die Meldung „Feuer aus“ übermitteln. Die sehr hohen Temperaturen von über 1000 °C, welche den Feuerwehrmännern entgegenschlugen, behinderten das Vorgehen. Glücklicherweise musste keine Person aus der Wohnung geborgen werden; die Mieter hatten rechtzeitig die Wohnung verlassen können. Ein Kamerad des Berufsfeuerwehrtrupps verletzte sich jedoch leicht bei der Brandbekämpfung. Auch die Wohnung über der Brandwohnung öffnete ein Trupp zwangsweise und es zeigte sich die unbedingte Notwendigkeit dieses Vorgehens: der dortige Mieter hatte, allen Tumult nicht bemerkend, tief und fest geschlafen. Gerade im Schlaf ist die Gefahr einer Intoxikation mit Rauchgasen sehr hoch, denn auch unser Geruchsinn schläft.Um dem Behandlungsbedarf der großen Mieterzahl gerecht zu werden, hat sich mit Absprache des Einsatzleiters die Ammendorfer Wehr in zwei Abschnitte geteilt. Denen wurden im späteren Einsatzverlauf die nachrückenden Kräfte aus Büschdorf und Kanena unterstellt. Ein Abschnitt kontrollierte zusammen mit der Berufsfeuerwehr die Treppenaufgänge und anschließende Wohnungen auf Personen und Rauchbelastung. Der zweite Abschnitt koordinierte zusammen mit dem Leitenden Notarzt und dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst Patientensammlung,  behandlung und -abtransport. Insgesamt wurden 40 Mieter evakuiert, wovon 23 mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser verbracht werden mussten. Einige von denen hatten mit rußgeschwärztem Gesicht das Gebäude verlassen – Zeugnis ihres Fluchtversuches. Alle Bewohner ohne Bedarf einer ärztlichen Versorgung bekamen die Möglichkeit, sich in einem angeforderten Bus der HAVAG mit heißen Getränken des DRK aufzuwärmen. Zehn von ihnen konnten auch nach Abschluss des Einsatzes nicht in ihre Wohnung zurückkehren. Der eingetretene Qualm hatte diese mit einer toxischen Rußschicht kontaminiert. Sie kamen bei Verwandten und Bekannten unter.

Nach gut drei Stunden wurde der Einsatz beendet und die Einsatzstelle der Kriminalpolizei übergeben. Diese ermittelt nun zur Brandursache.

Der Einsatz konnte von allen eingesetzten Kräften bestmöglich abgearbeitet werden, jedoch möchten wir Ihnen unbedingt noch folgendes nahe legen:
Sollten Sie einmal in Ihrer Wohnung einen Brand bemerken und diesen nicht mehr selber löschen können, verlassen Sie umgehend die Wohnung. Schließen Sie Zimmertüren und vor allem die Wohnungstür. Wählen Sie den Notruf und warnen Sie Nachbarn. Fühlen Sie sich durch einen Brand in Ihrer Nachbarschaft bedroht, versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Unternehmen Sie keine unüberlegten Fluchtversuche. Sofern Ihre Wohnung rauchfrei ist, ist diese vorerst der sicherste Ort. Halten Sie sich an Fenstern der rauchabgewandten Gebäudeseite auf, um bei Bedarf im Notfall auf sich aufmerksam zu machen. Ein Ohr in Richtung Wohnungstür zu spitzen, ist auch von Vorteil. Meist klopfen Kräfte der Feuerwehr, um sich einen Überblick über Personenzahlen im Gebäude zu verschaffen, Personen zu informieren, sich nach deren Befinden zu erkundigen oder sie gegebenenfalls ins Freie zu führen.

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