Ausbildung

Mit Defibrillator zum Einsatz vor

a12.12.19.01a12.12.19.02… noch in den Kinderschuhen oder schon bald ernste Realität? Dass es einen Defibrillator in Halles Ämtern wie beispielsweise im Rathaus gibt, war den Kameraden zwar bekannt, aber innerhalb der Erste-Hilfe-Schulung lernten sie mit ihm auch umzugehen. Auf der Hauptwache der Berufsfeuerwehr nahmen sich René Handel und Swen Reinhard die Zeit den Ammendorfern geduldig die für die Verunfallten überlebenswichtigen Handgriffe zu zeigen und gaben ihnen eine Vielzahl an Informationen mit. Großes Staunen gab es bei den beiden, als die Kameraden nicht nur die Theorie recht gut beherrschten, sondern auch in Sachen Reanimation und Beatmung gut vorbereitet waren. Nach einem kurzen aber informationsreichen Abriss über Vitalparameter, Verbrennungen, Kälte- und Hitzschäden sowie mögliche Traumata ging es in den praktischen Teil über. Schnell war klar, dass hier eine Menge Energie gefordert wird. Der Eine oder Andere gelangte beim mehrmaligen Wiederholen der Reanimation an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Auf 30 Mal Herz-Druckmassage folgte zweimal Beamten, was bei einer tatsächlichen Reanimation den geringeren Aufwand bedeutet.

Reanimiert wird solange, bis der Rettungsdienst eintrifft. Aber auch das will gelernt sein. Ganz so einfach, wie es aussieht, war es eben nicht. Schwierigkeiten bereiteten den Kameraden vor allem das richtige Setzen und Betätigen des Beamtungsbeutels, ohne dass Luft nach außen strömt, sondern in die Lunge gelangt. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass Mund-zu-Mund-Beatmung unter realen Bedingungen zum Schutz der eigenen Gesundheit nicht zwingend anzuwenden ist. Als Hilfsmittel gibt es für die Rettungskräfte den Beamtungsbeutel, der sich derzeit auf jedem RTW und auf zwei HLF der Berufsfeuerwehr befindet. Von enormer Bedeutung ist in erster Linie die Herz-Druckmassage, die eine Bewegung des Blutes des Patienten und damit die Versorgung des Hirns mit Sauerstoff ermöglicht. An zwei Dummys übten die Kameraden die erlernten Handgriffe und hielten sich strikt an das Reanimationsschema: Ansprechen, Überprüfung des Mund-Rachen-Raums, Kontrolle der Atmung, Reanimation. Bereits nach 120 Herz-Druck-Bewegungen war die Anstrengung zu spüren. Als die Kräfte nachließen, tauschten die Kameraden untereinander. An einem angeschlossenen Kontrollgerät konnte man die Bewegungstiefe der Reanimation und das hineinströmende Luftvolumen überwachen. Hinzu kam Anwendung des Defibrillators. Mit ihm lernten die Kameraden eine hilfreiche Technik kennen. Zeitgleich zur Kontrolle Mund-Rachen-Raum, Überprüfung Atmung und Herz-Druck-Massage übten sie mit dem Defibrillator den Ernstfall. Das Gerät analysiert unter anderem das Verhalten der Herztätigkeit und unterstützt bei Abnormalität die Wiederbelebungsversuche. Ein Beispiel, welches anschaulich bestätigt, dass sein Einsatz bedeutsam ist, sei das Kammerflimmern, welches der Ersthelfer beim Lagecheck des Patienten nicht erkunden kann. Diese Abnormalität der Herztätigkeit kostet dem Herzen ohne Hilfe von außen für immer 10% seiner Muskelkraft pro Minute. Bei diesem Extremfall genügt allein die Herzdruckmassage nicht. In den USA gehört das Einsatzgerät bereits zum Alltag. Außerdem sensibilisieren die US-Amerikaner schon die Kinder für die Erste-Hilfe. In Deutschland gibt es dagegen noch viel Arbeit, um den Mitmenschen die Unsicherheit zunehmen. Aber nicht jede Notlage erfordert gleich eine Reanimation. Oft reichen auch ein Überprüfen der Vitalparameter und die stabile Seitenlage aus, um den Verunfallten das Leben zu retten. Apropos stabile Seitenlage – wie lange ist denn Ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs her?

Teilen
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.